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Fachtagung "Zukunft Kulturfundraising" - Trends, Entwicklungen und Hürden

Stuttgart zeigte sich von seiner besten Seite. Bei Sonnenschein und blauem Himmel konnten die 160 TeilnehmerInnen des Fachtages Kultur-Fundraising im Landesmuseum Württemberg den Begrüßungskaffee im lauschigen Innenhof genießen. Das Landesmuseum war dabei nicht nur Veranstaltungsort, sondern auch Veranstalter des Fachtages in Kooperation mit dem DFRV und gefördert vom Land Baden-Württemberg.

Wie entwickelt sich das Thema Fundraising in deutschen Kultureinrichtungen? Welche Rahmenbedingungen hat es, bzw. braucht es? Wo liegen die zukünftigen Potenziale? Um diese Fragen drehten sich Vorträge und moderierte Gespräche. Zusätzlich boten insgesamt zehn Workshops Einblick in konkrete Themen wie Crowdfunding, Stiftungsrecherche von US-Stiftungen, und Unternehmenskooperationen.

Den Auftakt machte eine Runde IWITOT (I wish I thought of that), in der vier Kultureinrichtungen ein gutes Beispiel ihrer Fundraising-Aktivitäten präsentierten. Hier stellte u.a. das Landesmuseum seine originelle Patenkampagne in Form von Partnerschaftsanzeigen vor, mit der Förderer für konkrete Objekte des Museums gefunden wurden. Das Theater in Osnabrück berichtete über einen Matching Fund, bei dem die Stadt für die Renovierung eines Theatergebäudes jeden Euro Spende (bis 150.000 Euro) verdoppelte. In sehr kurzer Zeit waren hier die Unterstützer gefunden, sehr zur Überraschung des Teams, das bisher angenommen hatte, Häuser zählten nicht zu den bevorzugten Spendengründen.

Mit seinem Vortrag über die Barrieren und Hürden im Kultur-Fundraising bot Prof. Thomas Knubben überzeugende Zahlen für ein strategisches Fundraising. Er identifizierte interne und externe Hürden, die u.a. im stagnierenden Stiftungs- und Sponsoringmarkt bestehen, wo im Moment keine Steigerungen zu erwarten sind. Großes Potenzial sieht Prof. Knubben bei Privatpersonen, allerdings investiert hier die Kultur bisher zu wenig Zeit und Ressourcen, um diese Zielgruppe gezielt zu erreichen und zu halten. Da die Politik außerdem jede selbst gewonnene Einnahme - also auch Spenden - von der Fördersumme eines Projektes abzieht, werden keinerlei Anreize für einen Ausbau von Fundraising gesetzt.

In einem moderierten Gespräch stellten Leitungskräfte aus Kultureinrichtungen vor, wie sie den internen Change-Prozess für den Aufbau von Fundraising gestaltet haben. Das zweite Gespräch drehte sich um die Erwartung von GeberInnen am Beispiel von Unternehmen und Stiftungen.

Fazit: ein Tag mit dichtem Programm und der Erkenntnis, dass Fundraising in vielen Kultureinrichtungen dauerhaft angekommen ist. Für die Entwicklung dieses Feldes müssen nun von politischer Seite Weichen gestellt und auch auf Leitungsebene oft noch ein Haltungswechsel vollzogen werden. Für die großartige Organisation einen herzlichen Dank an das Team des Landesmuseums Württemberg.

Wiebke Doktor, kommissarische Leiterin der Fachgruppe Kultur  des DFRV

 

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