Pressemitteilungen_2013

Auch Testberichte sollten transparent sein

Deutscher Fundraising Verband kritisiert aktuelle Berichterstattung der Stiftung Warentest zu Tier- und Umweltschutzorganisationen

Berlin, 22.11.2013  Der Deutsche Fundraising Verband bedauert die teilweise einseitige Berichterstattung über Wirtschaftlichkeit und Transparenz der Tier- und Umweltschutzorganisationen in der aktuellen Ausgabe der Stiftung Warentest.

In dieser Ausgabe bewertet die Stiftung in Zusammenarbeit mit dem DZI 46 Tier- und Umweltschutz-Organisationen bzgl. Wirtschaftlichkeit und Transparenz. Hierbei wurden lediglich sechs der geprüften Organisationen als wirtschaftlich, transparent und gut organisiert eingeordnet, allen weiteren Organisationen werden schwerwiegende Mängel  vorgeworfen. 

Die laufende Kontrolle der Aktivitäten aller gemeinnützigen Organisationen im Sinne der Spender und der geförderten Projekte ist zweifelsfrei sehr wichtig. „Eine kritische Analyse des Spendenwesens kann zu mehr Transparenz und Akzeptanz des Fundraisings beitragen. Jedoch  sollte auch eine solche Überprüfung transparent und nachvollziehbar sein. Wir warnen daher vor einer einseitigen, nicht umfassend informierenden Berichterstattung, die durch intransparent erscheinende Kriterien Organisationen in ein unangemessen schlechtes Licht rücken“ erklärt Arne Peper, Geschäftsführer des DFRV.

In dieser Hinsicht weist die Berichterstattung in Test deutliche Mängel auf. Unter anderem wird angemahnt, dass bei einzelnen Organisationen erfolgsabhängige Werberprovisionen zwar gegenüber potenziellen Spendern im Mitgliedsantrag „verklausuliert“ erwähnt werden, aber nicht die Höhe benannt wird. Eine solche exakte Verpflichtung sucht man aber selbst in den DZI-Richtlinien in dieser Form vergebens. Dort wird lediglich verlangt, dass Spender vor ihrer Entscheidung zum Geben „eindeutig und in gut sichtbarer Form über die Erfolgsabhängigkeit der Vergütung informiert“ werden (Zitat DZI Spendensiegel Leitlinien).

Bei einer weiteren Organisation wird unterstellt, dass die in den Jahresberichten angegebenen 12% Verwaltungskosten zu niedrig sein müssen. Die eigenen Berechnungen von Test und DZI hätten andere Werte ergeben. Diese Berechnungen werden nirgendwo  näher erläutert, dafür aber die Organisation im Ranking unter „unwirtschaftlich“ angesiedelt.

Nicht zuletzt wird nur in einem Nebensatz erwähnt, dass das DZI-Siegel eine Gebühr kostet, aber nicht, dass sich viele Organisationen diese nicht leisten können oder wollen, da der Erstantrag immerhin 1500 Euro plus 0,035 Prozent der jährliches Spendeneinnahmen kostet. Ein fehlendes Siegel muss auch nicht automatisch ein Zeichen für schlechte Arbeit, Unwirtschaftlichkeit oder Intransparenz sein, wie das Beispiel Greenpeace zeigt, die das Siegel nicht innehaben.

Hier sollte Stiftung Warentest in den nächsten Wochen sicherlich noch einiges an Informationen nachreichen.

 

Der Deutsche Fundraising Verband ist der bundesweite Fachverband für das Non-Profit-Marketing und Spendenwesen. Zu seinen rund 1.300 Mitgliedern zählen die Spendenexperten aller großen Non-Profit-Organisationen in Deutschland. Der DFRV vertritt die Interessen des Fundraisings in Politik und Öffentlichkeit, fördert die Professionalisierung des Berufszweigs sowie die Umsetzung ethischer Prinzipien in der Branche.

 

Pressekontakt:

Arne Peper
Geschäftsführer
T: 0170-3179830

 

 

Die Pressemitteilung als pdf zum download finden Sie hier

 

 

 

 

 

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