Pressemitteilungen_2017

Missbrauch der „guten Sache“

Deutscher Fundraising Verband kritisiert Geschäftsgebaren von Amazon „Smile“

(Berlin, 21. Juni 2017) Das Amazon „Smile“-Programm ist auf den ersten Blick ein einfacher Weg zu einer guten Tat, denn Kunden können hier im Kaufprozess angeben, dass 0,5 Prozent des Preises an eine gemeinnützige Organisation nach Wahl gespendet werden. Arne Peper, Geschäftsführer des Deutschen Fundraising Verbands, kritisiert jedoch: „Hier nutzt ein Unternehmen die ‚gute Sache‘ und den guten Namen von Organisationen – doch ohne deren Einverständnis. Denn Amazon hält es nicht für nötig, bei den Organisationen im Vorfeld anzufragen, ob die Spenden überhaupt erwünscht sind, sondern greift einfach auf die Datenbank der Website „stifter-helfen.de“ zurück.“

Die Organisation Foodwatch signalisierte bereits vergangene Woche in einer Pressemitteilung, dass sie Spenden von Amazon aus Gründen der Unabhängigkeit ablehnen. Auch bei einigen weiteren Organisationen dürfte die Annahme von Amazon-Spenden im Widerspruch zu deren Spenden-Codizes stehen, mit denen die Organisationen Verflechtungen zur Wirtschaft vermeiden wollen. Schließlich liegt für viele NGOs in einer solchen Unabhängigkeit auch ein großer Teil ihrer Glaubwürdigkeit. Hier wäre eine vorherige Anfrage bezüglich einer Zusammenarbeit auch eine Sache des Respekts gegenüber den Organisationen.

Und auch wenn die meisten Spendenplattformen gute Arbeit leisten: Nach der Plattform spendencheck.com ist Amazon damit schon der zweite Anbieter innerhalb kurzer Zeit, der auf solch fragwürdige Weise mit gemeinnützigen Organisationen umgeht. „Das ist eine falsche Entwicklung. Durch die kommerzielle Nutzung eines sozialen Engagements für Werbezwecke gegen den Willen der betroffenen Organisationen werden in Einzelfällen die Kernidee und die Mission der Organisationen eindeutig verdreht.“, erklärt Arne Peper. Er empfiehlt allen Spendenplattformen daher dringend, mit den Organisationen in intensiven Dialog zu treten, bevor sie Namen, Logos und Texte nutzen. Der Deutsche Fundraising Verband kann interessierte Unternehmen und Organisationen dabei schon im Vorfeld eines solchen Engagements beraten.

 

Deutscher Fundraising Verband e.V.

Der Deutsche Fundraising Verband e.V. vertritt die Interessen der einzelnen Fundraiser, der im Dritten Sektor tätigen gemeinnützigen Organisationen und der sie unterstützenden Dienstleister in Deutschland. Er fördert die Professionalisierung des Berufszweigs sowie die Umsetzung ethischer Prinzipien in der Branche. Ihm gehören 1.300 Mitglieder an.

Pressekontakt:

Arne Peper
Geschäftsführer Deutscher Fundraising Verband e.V.
Brüderstraße 13
10178 Berlin
T: 0170-3179830
peper@fundraisingverband.de
www.fundraisingverband.de

 

Die Pressemitteilung als pdf zum download finden Sie hier 

 

Kommentare (1)

  1. Kai Dörfner:
    21.06.2017 um 21:27

    Ergänzend muss noch gesagt werden, dass es sich bei den Zahlungen um keine Spenden handelt, sondern um Sponsoring-Einnahmen. Damit sind die 0,5% Provision (also 100,- Euro bei 20.000 Euro Umsatz) nochmals geschmälert. Nein, gemeinnützige Organisationen haben es nicht nötig, einen Quasi-Monopolisten werblich für einige Euro zu unterstützen.

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