Positionen


Im Schnellverfahren wurde im Sommer 2012 durch beide Kammern des russischen Parlaments ein Gesetz verabschiedet, dass dem Ansehen und der Arbeit vieler russischer Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) großen Schaden zufügen könnte: Alle Organisationen, die von ausländischen Quellen Geld erhalten und in Russland politisch aktiv sind, müssen sich speziell registrieren lassen und unterliegen einer strengen Finanzkontrolle, die Verstöße mit hohen Geld- oder Gefängnisstrafen ahndet. Darüber hinaus werden die Mitarbeiter der betroffenen NGOs durch das Gesetz zukünftig als „Auslandsagenten“ eingestuft.

Der Deutsche Fundraising Verband setzt sich sowohl in Deutschland wie auch auf internationaler Ebene für eine Kultur des Gebens und eine solidarische Gesellschaft ein, in der Personen und Körperschaften gemeinwohlbezogene Organisationen und Anliegen unterstützen und ihnen damit die Existenz ermöglichen. Zur Funktionstüchtigkeit einer solchen solidarischen Gesellschaft gehört aus Sicht des Deutschen Fundraising Verbands, dass Spender frei und ohne Druck entscheiden können, wem Sie Ihr Geld zur Verfügung stellen und Organisationen diese Gelder ebenso frei und ohne Druck annehmen können, solange Sie transparent darlegen, dass sie die eingeworbenen Mittel ordnungsgemäß verwenden.

Organisationen massiv in Ihrer Arbeit zu behindern aus Gründen, die rein auf der lokalen Herkunft von eingeworbenen Geldern fußen, wie es durch die aktuelle Gesetzgebung in Russland stattfindet, sind in keiner Weise mit der Entwicklung einer solchen solidarischen Gesellschaft vereinbar und für den Deutschen Fundraising Verband nicht hinnehmbar. Aus diesem Grund appelliert der Deutsche Fundraising Verband an die Bundesregierung und die Mitglieder des Deutschen Bundestags, sich offen gegen das so genannte russische „Agentengesetz“ zu positionieren und sich gegenüber der russischen Regierung für eine Aussetzung beziehungsweise Rücknahme des entsprechenden Gesetzes einzusetzen. Den russischen NGOs muss es auch zukünftig möglich sein, Ihrer Arbeit und der für sie unerlässlichen Einwerbung von Geldern ohne willkürliche Einschränkungen und Brandmarkungen nachgehen zu können.